Verbände der Musik- und der Filmindustrie haben wie angekündigt[1] eine Software vorgelegt, mit der P2P-Software von der Festplatte eines Computers gelöscht werden kann. Die Windows-Software "Digital File Check" wurde in Zusammenarbeit des Tonträgerverbandes IFPI und des internationalen Filmverbandes MPA (Motion Picture Association) von der dänischen Firma DtecNet[2] entwickelt und wird in Deutschland von den deutschen Phonoverbänden und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) zum kostenlosen Download[3] angeboten.
Das Programm sucht Filesharing-Programme und blockiert oder deinstalliert sie, teilt die IFPI[4] mit. Es würden auf Wunsch auch alle für den Upload freigegebenen Ordner gelöscht. Außerdem hat die IFPI zusammen mit der MPA und der IVF (International Video Federation) eine Broschüre mit dem Titel "Copyright und Sicherheitsrichtlinien für Unternehmen" herausgegeben. Darin erläutern sie aus ihrer Sicht "Risiken von und Handlungsmöglichkeiten gegen so genannte Tauschbörsen". Die Broschüre enthält als Vorschlag außerdem eine Muster-Richtlinie für den Umgang von Mitarbeitern mit urheberrechtlich geschützten Werken.
Eine erste Fassung der Broschüre wurde laut IFPI Anfang 2002 veröffentlicht und an Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen versandt. Weitere Maßnahmen waren die Installation[5] der Website Pro-musicorg.de[6] sowie der Versand von Instant Messages[7] an "Tauschbörsen"-Nutzer. In Österreich versucht es die dortige IFPI neuerdings mit Unterrichtsmaterial[8] für Schulen.
"Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass KaZaa und Co. massive Virengefahr mit sich bringen. Allen Computernutzern, die sichergehen wollen, dass ihr Computer sauber und sicher ist, empfehlen wir deswegen dieses Programm", erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. Er gibt damit eine Ansicht wieder, mit der sich die Medienindustrie 2003 bereits direkt an Unternehmen wandte[9].


Das Programm sucht nur nach vorgegebenen Dateinamen, d.h. nach bestimmten typischen Dateiendungen für möglicherweise "geshartes" bzw. "copyrightbretroffenes" Material auf der gesamten Festplatte unabhängig ob wirklich diese irgendwie per p2p "verteilt" werden!
P2P-Programme erkennt das Programm nur mithilfe einer "Vorgabeliste an Dateinamen" - durch einfaches umbenennen z.B. der emule.exe in emuleplus.exe o.a. entgeht man der "Enttarnung"!
Letzlich ein sehr primitives Programm was leicht "auszuhebeln" ist (Umbennenen/Datei bzw. Ordner 'verstecken').
p.s. Standardmäßig scannt das Programm immer mit allen Optionen!


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[4] http://www.ifpi.de/
[5] http://www.heise.de/newsticker/meldung/60493
[6] http://www.pro-musicorg.de/
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