
http://p2p.ohost.de
21.08.2007
*** in progress ***
Eine zusammengewürfelte Aufstellung versch. IPTV-Sender, sowie Video-Portale mit Streaming/Download-Angeboten, sowie div. P2P-Clients/Netzwerke:
http://www.3w-tv.com/
dt. Linkseite div. Live-Web-TV-Sender
http://tv-links.co.uk/
engl.
http://vid2c.com/
Watch your favorite tv shows, movies and videos online
http://joox.net/
Joox.net lets you watch free Video-on-demand, Movies, Music videos, TV
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SPIEGEL ONLINE - 21. August 2007, 11:42
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,500898,00.html
Von Frank Patalong
Das Internet-TV in Deutschland kommt nicht vom Fleck: Die Telekommunikationsriesen stehen sich selbst auf den Füßen, kleine und schnelle Web-TV-Angebote drohen zur ernsthaften Konkurrenz zu werden. Echten Erfolg haben bisher vor allem die Illegalen.
Andrew Baron, der Gründer von Rocketboom, der wohl weltweit populärsten TV-Show im Netz, weiß gar nicht, worüber sich alle die Köpfe heiß reden. Für ihn ist alles klar, alles spannend, alles easy.
All diese großen Nummern werden Federn lassen, glaubt er, denn alles ist im Wandel. Und er wird einer derjenigen sein, die auf der Gewinnerseite stehen, wenn in der neuen Medienwelt nicht mehr nur das große Kapital, sondern auch das pfiffige Startup eine Chance bekommt. Kaum einer mehr wird den ganz großen Deal machen, aber alle haben eine Chance, ihre Brötchen zu verdienen in einer Medienwelt, in der die Zuschauer sich ihr Programm selbst zusammenpuzzeln. Alle, das sind die Teilnehmer des Fachkongresses "IPTV Outlook 2008: IPTV vs. WebTV" Anfang Juni in München. Ein Branchentreff der medialen Avantgarde.Telekom-Manager treffen da auf Pay-TV-Experten, Web-Start-Up-Yuppies auf steife Managergestalten. Sie alle treibt letztlich eine Frage um: Wer macht das Rennen um das Fernsehen der Zukunft? Die großen Provider aus Medien- und Telekommunikationswelt mit ihrer "Telko-Speed" oder die kleinen flexiblen Startups mit ihrer "Web-Speed"?
Baron lächelt leise. Er ist ein kleiner, quirliger Mann mit einem freundlichen, immer ein wenig staunenden Blick. "Es wird beides geben", sagt er diplomatisch. Denkt kurz nach und wird deutlicher: "Aber Größe ist kein Vorteil."
Inkompatibel: Weltweiter versus Regionalvertrieb
Das ist kein visionäres Statement, sondern eine treffende Analyse der beobachtbaren Tatsachen. Rocketboom, die Mikro-Produktion aus New York, wird weltweit gesehen und inzwischen an mehrere Partner lizenziert. Vor zehn Jahren wäre Baron mit so etwas allenfalls im Lokalfernsehen gelandet. Die etablierten Riesen der TV-Landschaft hingegen tun sich schwer.
So erwähnt Daniel Bouhs in einem Artikel zum kommenden Boom des "Abruffernsehens" in der "Frankfurter Rundschau" fast beiläufig, dass sich das so heiß erwartete On-demand-Angebot der ARD wohl verzögern wird. Inkompatibilitäten zwischen den ach so verschiedenen Web-Services und Streaming-Angeboten der Länder-Sender im ARD-Netz sorgten für technische Probleme, größer noch aber seien die mit Recht und Lizenz.
"Ach was?" ist man da versucht zu fragen, denn alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Dass die ARD-Sender sich schwer tun mit der Abklärung der rechtlichen Seite des Internet-TV, davon kann man auch beim Schweizer IPTV-Dienst Zattoo ein Liedchen singen. Der hätte bereits im Juni in Deutschland verfügbar sein sollen, ist es aber nicht - aus oben geschilderten Grund. Dass die ambitionierten Online-Pläne der ARD aus vertragsrechtlichen Gründen so schnell nicht würden umgesetzt werden können, das prophezeite die Fachzeitschrift "sat und kabel" bereits im Mai.
Ähnliche Probleme hat Joost, die zeitweilig so heiß gehandelte Internet-TV-Plattform des Kazaa- und Skype-Gründers Niklas Zennström. Zwar läuft die Software, wenn nur Rechner und Grafikkarte fit genug sind (was allerdings nur bei neueren Geräten der Fall ist), doch bei den Programmen hapert es gewaltig: Wirklich große, populäre Inhalte sind nicht zu finden.
Auch das ist nicht verwunderlich. Dienste wie Joost oder Zattoo konkurrieren direkt mit regionalen (hier im Gegensatz zu "weltweit" gemeint) IPTV-Diensten wie der einst als Würze im Triple-Play bejubelten T-Home-Plattform der Telekom. Die Inhalte-Produzenten stehen also vor der Wahl, ob sie ihre Ware weltweit lizenzieren wollen oder selbst innerhalb kleiner Regionen mehrfach abkassieren. Der gewachsene Inhalte-Markt ist ganz auf die Vermarktung innerhalb regionaler Strukturen eingestellt. Daran hängen ganze Branchen, die mitkassieren wollen. Joost und Co. sind da noch echte Fremdkörper.
Inkompatibel: Deutschlands TV-Landschaft und Gebühren
Doch das garantiert den regionalen Diensten den Erfolg ganz und gar nicht. Beim rosa Riesen, bei Alice, Arcor und anderen Net-on-demand-Diensten dürften inzwischen Kirch-hafte Gefühle herrschen: Wie der einst größte Medien-Tycoon Deutschlands machen nun die Telkos die Erfahrung, dass der deutsche Markt nicht unbedingt auf Pay-TV-Angebote wartet.
Der Markt ist nämlich besetzt: Das kostenpflichtige Bezahlfernseh-Marktsegment wird hierzulande von ARD und ZDF okkupiert - in der Wahrnehmung der Zuschauer ein gefühltes Pay-TV.
So steht sich bei der Einführung von IPTV-Angeboten sowohl die Providerbranche, als auch die hiesige TV-Landschaft selbst auf den Füßen. Es sind die Inkompatibilitäten der Technik, Lizenz-, vor allem aber strategische Probleme, die ausgerechnet die großen, legal operierenden Player behindern: Sie setzen auf groß, schön und gründlich und stehen gegen schnell, klein und beweglich. In der zweifellos kommenden Internet- und On-demand-TV-Welt konkurrieren letztlich nur zwei große Modelle, die sich auch an der Verbreitungstechnik festmachen.Auf der einen Seite stehen große, kommerzielle Anbieter aus der Medien- und Telekommunikationswelt, die an die dicke Leitung glauben. Sie gehen davon aus, dass man Kunden gewinnen kann mit Services, die per Breitband qualitativ hochwertige, am besten noch Programme in HD übertragen. Dafür, so glaubt man bei Telekom, maxdome, Kabelfirmen und zahlreichen on-demand-Anbietern, werden Kunden auch Geld bezahlen.
Inkompatibel: ARD, ZDF und die Pläne der anderen
Auf der anderen Seite stehen die Web-TV-Services. Für sie gilt das Motto "Hauptsache jetzt!". Der Vertrieb geht über das ganz normale Internet, vorzugsweise als Stream. Und während Medien- und Telko-Manager davon träumen, dass die Kunden hungrig auf HD-Bilder warten, amüsieren die sich bereits mit Streams in VHS- bis DVD-Qualität, denn so groß ist die Spanne. Egal - Hauptsache, die Sache ist bequem und kostet nichts.
Ähnlich wollen auch ARD und ZDF ihre Zielgruppe als legale Schafe unter lauter illegalen Wölfen befunken. Per Web und Stream und vermeintlich kostenlos. Sie wollen, können und müssen das ja: Erstens wollen sie jedermann erreichen, weil sie das qua Auftrag müssen, zweitens müssen sie sich über die Finanzierung weniger Gedanken machen als ihre kommerzielle Konkurrenz. Die fürchtet nun verständlicherweise, dass die Anstalten öffentlichen Rechts den erträumten Bezahl-Markt kaputt machen, bevor er entsteht.
Denn deren Geld kommt ja quasi automatisch aus den GEZ-Gebühren. Wie hoch die ausfallen, das definieren die Öffentlich-Rechtlichen selbst mit und begründen dies mit ihrem Aufwand, der wiederum aus dem selbst definierten Auftrag resultiert. Zu dem gehört seit diesem Jahr die Eroberung des Cyberspace auf GEZ-Kosten. ARD- und ZDF-Granden rechtfertigen ihr Engagement schon jetzt damit, dass dies vom Gebührenzahler so gewünscht sei und spekulieren auf die nächste Gebührenrunde.
Dass die beiden ÖRs also mit Macht auf dem IPTV-Markt einschlagen werden, sobald sie ihre Lizenzprobleme gelöst haben, darf als ausgemachte Sache gelten. Als wollten sie ihre - vielleicht wünschenswerte, ab nicht absehbare - Fusion vorwegnehmen, tauften beide Player ihr Online-Angebot Mediathek. Zur Ifa wird man da hineinfüllen, was zu haben ist. So fett wie noch vor ein paar Monaten gehofft, wird das jedoch nicht ausfallen.
Inkompatibel: Erfolgreiche Web-TV-Seiten und das Recht
Macht nichts, denn es gibt ja noch die dritte Gruppe der Web-TV-Anbieter: die Videoportale.Bekannt sind da YouTube und drei, vier andere, doch es gibt Massen davon (und im Hinblick auf TV- und Filminhalte weit attraktivere): Ihr Angebot wird über Sammelseiten erschlossen und stellt derzeit den größten Albtraum der TV-Szene dar. Denn diese Raubritter des Codec setzen nicht auf dicke Leitungen, sondern schnelle Veröffentlichung und gute Datenkompression. Die erreicht inzwischen akzeptable TV-Qualität schon mit einer 2-MBit-DSL-Leitung - dafür haben die Techniker in den vergangenen Monaten gesorgt.
Zu haben ist alles, wovon ARD und ZDF nur träumen können: Top-Spielfilme und jede denkbare Serie im On-demand-Stream. Sie haben die vierte Folge der zweiten Staffel von Doktor House verpasst? Kein Problem: Bei TV-Links.co.uk findet man den passenden Anbieter, der sie noch vorhält.
Ab und zu verschwindet so ein Angebot per Abmahnung, nur um Stunden später von einem TV-Fan in einem anderen Videoportal wieder eingestellt zu werden. Der Betreiber Veoh versuchte vor einigen Tagen, sich per Gericht präventiv von etwaiger Schuld freisprechen zu lassen: Die Videodienste selbst sind mit der Kontrolle der Copyrights hoffnungslos überfordert, der Rechtsbruch geschieht durch die Nutzer selbst.
Zur Freude der TV-Fans, die bei Stage6 (in phantastischer Qualität!), bei Veoh, Dailymotion, Joox, CinemaTube, bei vid2c oder powervfl alles abrufen können, was sie suchen - von der Kindersendung bis Hardcore-Pornografie. Die Elefanten in diesem medienrechtlichen Porzellanladen sind chinesische Seiten wie youku, die als netten Service Kinofilme wie "Die fantastischen Vier" schon mal fünf Wochen vor Kinostart zeigen. Bei manchen dieser Web-TV-Dienste lässt sich sogar die Sprach-Tonspur wechseln: Englisch, Spanisch, Deutsch gefällig? Alles zu haben, nur die koreanischen Untertitel bleiben immer im Bild.Es sind auch solche illegalen Dienste, die die Entscheider bei den Sendern zu der Überzeugung gebracht haben, dass das Fernsehen per Internet tatsächlich kommt. In Deutschland vielleicht weit später als im Rest der Welt, weil hier zum Rechteproblem die Geiz-ist-Geil-Mentalität auf eine untypische Pay-Free-Fee-TV-Landschaft trifft.
Aber gewaltig wird der Einschlag ausfallen: Wer das Web-TV einmal entdeckt hat, braucht keinen Fernsehsender mehr. Web-TV-Übersichten wie 3w-tv.com haben das längst begriffen: Sie sortieren die Programme nicht mehr nach Sendern, sondern nach Sparten. Wer auch in Zukunft gesehen werden will, täte gut daran, die möglichst schnell zu füllen.
Und nicht nur in Deutschland, glaubt Marc Mangold, der bei Hubert Burda so etwas wie Entwicklungschef des Medien- und Marketinggeschäftes ist, ist abzusehen, wer das Rennen IPTV gegen Web TV machen werde: werbefinanzierte Angebote - und nicht etwa Pay-TV-Modelle.
Tatsächlich wäre das hierzulande eine Wiederholung der TV-Geschichte: Wer gegen die mächtigen Öffentlich-Rechtlichen bestehen will (und heute zudem gegen die Raubritter des Codec), der muss seine Waren verschenken und sich sein Geld aus dem Werbemarkt holen. Wo Öffentlich-Rechtliche in Konkurrenz zu werbefinanzierten Angeboten funken, da ist kein Platz für Pay-TV und on-demand.
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