Die Programmierer[1] rund um CSS-Knacker Jon Lech Johansen sorgen mit "PyMusique", ihrer alternativen Client-Software für den iTunes Music Store und für Napster, weiter für Aufsehen. PyMusique hat bereits mehrfach das digitale Rechtemanagement (DRM) des iTMS ausgehebelt[2]. Nun soll die nächste Version der Software nach Angaben des siebzehnjährigen Highschool-Schülers und Mitprogrammierers Cody Brocious auch das DRM des Napster-Dienstes umgehen.
Da Napster in den USA das Digital Rights Management von Microsoft nutzt, hätte dieser Hack weit reichende Folgen. Das Gros der derzeit operierenden Musik-Onlineshops nutzt dieses DRM-System zum Schutz der Musik-Downloads.
Grundlage des Hacks soll der FreeMe-Code sein, mit dem 2001 die damalige Version des Microsoft-DRMs erfolgreich umgangen wurde[3]. Während bei anderen Umgehungsmethoden [4] eine Dekodierung in einfacher Geschwindigkeit nötig ist, wird mit PyMusique eine DRM-freie Version der Originaldatei auf die Festplatte geschrieben.
Sowohl der Apple- als auch der Microsoft-Hack in PyMusique setzen aber auf jeden Fall voraus, dass man die geschützten Musikdateien zuerst gekauft hat, da man nur so in den Besitz der nötigen DRM-Schlüssel kommt. Dann aber lassen sich DRM-freie Songdateien erstellen. Für die Napster-Betreiber sind diese Voraussetzungen indes wenig tröstlich, denn der Dienst bietet ein Abo-Modell an, bei dem für einen monatlichen Betrag von 10 US-Dollar unbegrenzte Downloads möglich sind. Bei Kündigung des Abos werden die Downloads deaktiviert -- wenn das DRM noch intakt ist.
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