13.06.2007 09:51

Musikindustrie erstattete angeblich 25.000 Strafanzeigen

Deutschlands Musikindustrie hat nach einem Zeitungsbericht seit Anfang dieses Jahres 25.000 Strafanzeigen gegen Internetnutzer erstattet, die sich Musik heruntergeladen haben und diese illegal im Netz anbieten. Damit liegt die Musikindustrie über den eigenen Zielvorgaben: Anfang des Jahres hieß es[1], man wolle im Jahr 2007 pro Monat mindestens 1000 Strafanzeigen gegen illegale Nutzer von Tauschbörsen stellen. An den Musik-Genres lasse sich erkennen, dass ein Großteil der Tatverdächtigen Jugendliche seien, sagte Stefan Michalk, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes[2] der Phonographischen Wirtschaft in Berlin, dem Westfalen-Blatt[3].

Im Auftrag der Plattenindustrie folgten 90 Ermittler im Internet[4] den Spuren illegal heruntergeladener Musikstücke, erklärte Michalk: "Sie finden irgendwann die IP-Adresse des betreffenden Computers, und die teilen wir der Staatsanwaltschaft mit." Mit den Eltern würden dann oft außergerichtliche Vergleiche über den Schadenersatz geschlossen. Je nach Datenmenge und persönlichen Verhältnissen liegen diese zwischen einigen hundert und 20.000 Euro, erklärte Michalk.

Er bewertete das massive Vorgehen als Erfolg im Interesse der Künstler und der Plattenfirmen: "2003 gab es in Deutschland 600 Millionen illegaler Downloads, 2006 waren es nur noch 374 Millionen. Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig." Legal seien im vergangenen Jahr 27 Millionen Titel heruntergeladen worden, die meisten zu Preisen zwischen 99 Cent und 1,30 Euro.

Zu den Diskussionen um das geistige Eigentum, zu den juristischen Streitigkeiten um das Urheberrecht und zur Novellierung des deutschen Urheberrechtsgesetzes siehe den Online-Artikel in "c't Hintergrund[5]" (mit Linkliste zu den wichtigsten Artikeln aus der Berichterstattung auf heise online und zu den Gesetzesentwürfen und -texten):

(dpa) /

(jk[7]/c't) (jk/c't)

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  [1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/83670
  [2] http://www.ifpi.de
  [3] http://www.westfalen-blatt.de/
  [4] http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/86685
  [5] http://www.heise.de/ct/hintergrund/
  [6] http://www.heise.de/ct/aktuell/meldung/68064
  [7] mailto:jk@ct.heise.de


13. Juni 2007 11:32

Das Problem ist ein ganz anderes

Patanjali (269 Beiträge seit 30.05.00)

Musik ist durch die Industrie selber zum Wegwerfprodukt geworden.
Schlechte Produktionen, neu aufgenommene und kopierte alte
Musikstücke, zweifelhafte Musiker, die mir Ihrem 'unverdienten' Geld
nur so um sich schmeissen und Überschwemmen des Marktes mit
Gesangsmarionetten.
Hinzu kommt eine völlig widersinnige Preisgestaltung. DVDs gibt es ab
ein paar Euro, obwohl die Herstellung eines Filmes um einige
Zehnerpotenzen teuerer ist als so ein läppisches CD-Album.

Dies bleibt dem Konsumenten natürlich nicht verborgen. Er kauft
weniger CDs und dafür mehr DVDs. Die DVD scheint somit auch das
Nachfolgemedium der CD zu werden (und nicht die SACD), weil die
Konsumenten, nicht zuletzt durch die Musikvideos, immer stärker
optisch ausgerichtet sind.

Ich habe in den letzten Jahren soweit ich mich errinnern kann gerade
mal zwei CDs gekauft und habe mich danach noch darüber geärgert, weil
sie nichts taugten. Im Gegensatz dazu habe ich locker an die hundert
DVDs gekauft. Natürlich oft auch ältere Filme, da sie handwerklich
besser gemacht sind. Neuere und gute Filme gibt es eben auch immer
weniger (gleiche Entwicklung wie bei den CDs).

Dabei habe keine CDs (ich wüßte gar nicht welche) oder DVDs illegal
aus den Internet kopiert. Entscheidend ist eben, dass die Qualität
und der Preis stimmt. Dies ist eben die Hauptvorraussetzung in einer
freien Marktwirtschaft für den wirtschaftlichen Erfolg eines
Produktes.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12932978&forum_id=118771&MD5=a9b022cfd1aa9276db619ddb7aa10943&postvote=2

13. Juni 2007 11:03

Erfahrungen mit legal heruntergeladenen Titel zu 1,29 EUR / Stück

Affenfreund (608 Beiträge seit 11.05.04)

Meine Erfahrungen mit legaler Internet-Kauf-Musik sind katastrophal.

Ich habe bei Sony Online Music Store, namens CONNECT ca. 300 Titel
gekauft. Die Rechte an diesen Titel verliere ich logischer Weise bei
jedem Rechnerwechsel, aber nicht nur das, schon bei einer
Windows-Neuinstallation oder dem Einspielen eines Backups, ist
erneutes Herunterladen der 300 Titel erforderlich. Vorher muss man
aber noch den Service kontaktieren, dass dieser die Downloads
nochmals freischaltet. Darauf wartet man dann bis zu 24h.
Die Software SonicStage liefert zwar ein Backuptool mit um die Musik
zu sichern, die Lizenzen gekaufter Titel gehen aber trotzdem
verloren. Ganz großes Kino! In Japan kann man die Relizensierung
sogar selbst vornehmen, über Internet. Für Europa hat man dieses
Feature aber einfach nicht realisiert.
Als ich zum 100. Mal den Service kontaktieren mußte um die Musik
wieder freizugeben, riet man mir, ich solle doch zukünftig meine
Musik auf Audio-CD brennen und anschließend wieder auf den PC
übertragen. Hohn?
Das Beste kommt aber noch. Man erwartet doch zumindest dass die
gekauften Songs fehlerfrei sind, schließlich zahlt man im Schnitt
10-12 EUR für ein Album und 1,29 EUR pro Song. Bei mir kam es aber
vor, dass jeder Titel eines Franz Ferdinand Albums am Ende einen sehr
lauten Knackser hatte. Der Service hat das überprüft, und in der Tat,
die Originaldateien die zum Donload angeboten werden weisen diese
Knackser ebenfalls auf. Da man das Problem nicht beheben konnte und
Geld zurück nicht möglich ist (großer Nachteil gegenüber CD-Kauf),
gab es dann einen Gutschein über 1 Album. Ich will aber gar kein
anderes Album, ich will die Musik die ich gekauft habe, und zwar
fehlerfrei!

Es geht aber noch weiter! Ich habe unter anderem ein angebotenes
Album von Hole und von den Cardigans gekauft. Die von mir
ausgewählten Alben konnte man auch schön bezahlen, aber nicht
herunterladen! Die Titel gab es gar nicht auf dem Sony-Server!
SonicStage weigerte sich also den Download abzuschließen. Service
kontaktiert, dieser hat das dann überprüft, und siehe da, die Titel
sind nicht verfügbar. Wieder gab es Gutscheine. Inzwischen sind die
Alben wieder verfügbar, aber das tröstet mich wenig.

Der Supergau kam dann gestern. Ich übertrug ganz normal gekaufte
Songs mit der SonicStage Software auf meinen Walkman. Plötzlich kam
eine Fehlermeldung, die Musikdatenbank sein beschädigt worden. Ich
wurde aufgefordert sie neu zu generieren. Gesagt getan. Schwupps
waren die Rechte aller gekauften Songs weg. Da war dann der Punkt für
mich erreicht wo mir klar war, dass dies mein letzter online
gekaufter Song war. Auch MP3-Player mit Softwarezwang kommen bei mir
nicht mehr in die Tüte. Es kann nicht sein, dass SonicStage immer
noch so derbe verbuggt ist. Die Software gibt es nun schon seit ca.
4-5 Jahren! Hätte ich SonicStage auch Zugriff auf meine MP3-Sammlung
gewährt, wäre die heute äußerst löchrig. Ein sehr netter Bug der
aktuellsten Version 4.3 ist nämlich, dass wenn man Songs auf einen
Walkman überträgt, und gleichzeitig Titel in der Musikbibliothek
löscht, nicht etwa alle ausgewählten Titel geöscht werden, sondern
nur der größte Teil, sowie ein paar zufällige Songs anderer Alben.
Und dann sucht mal in einer Bibliothek von über 3000 Titel nach denen
die fälschlich gelöscht wurden!
Der Service meinte dazu in etwa: "Bitte löschen Sie in Zukunft keine
Titel aus der Musikbibliothek während sie Daten auf den Walkman
übertragen"

Für mich bieten Online-Downloads keinerlei Vorteile mehr. Keine
100%ige CD-Qualität, kein Booklet, kein Datenträger, keine 100%ige
Fehlerfreiheit, keine nennenswerte Kostenersparnis, keine erhöhte
Bequemlichkeit. Und wenn ich dann noch nicht einmal alle Songs
bekommen dann die ich möchte, da es sie entweder nicht gibt (bei
meinem Musikgeschmack sind das 50% der Titel) oder sie fehlerhaft
sind, oder sie verkauft werden aber nicht verfügbar sind, wieso
sollte ich dann noch online kaufen?

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12932623&forum_id=118771

13. Juni 2007 10:11

Der Plattenindustrie geht es wirklich schlecht

montred (196 Beiträge seit 27.03.07)

Seht, was die illegalen Downloads angerichtet haben:

Die Musikindustrie kann sich nichteinmal mehr vernünftige Künstler
leisten - immer mehr müssen sie Schrott von der Straße wegcasten, nur
weil dieser billig und willig ist. Sie ist inzwischen völlig
verzweifelt. Deutschland sucht den Superstar - demnächst schon zum
fünften Mal. Will heißen: bisher wurde er offensichtlich noch nicht
gefunden. Stattdessen musste zwischenzeitlich mit Tokio Hotel schon
auf Kinderarbeit zurückgegriffen werden, weil Erwachsene einfach zu
unerschwinglich geworden sind. Und das alles nur, weil geschätzte 500
Millionen Deutsche pro Stunde durch illegales Herunterladen ca. 60
Billiarden Euro Schaden anrichten. Kein Wunder, dass man überall in
der Branche am Hungertuch nagt, die Manager bei der Arbeitsagentur
ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken müssen und nur noch Praktikanten
ohne Bezahlung eingestellt werden können.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12932046&forum_id=118771

13. Juni 2007 10:02

Marktleiter bezeichnet Strafaktion als vollen Erfolg

FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Der Leiter der Supermarktkette 'Toll-Teuer' hat nach eigenen Angaben
in diesem Jahr bereits 25.000 Ladendiebe angezeigt.
'Die Aktion war ein voller Erfolg. Kaum einer von denen, die wir hier
erwischen und abstrafen, betritt jemals wieder eine von unseren
Filialen.'

Auf die Frage, ob die oftmals überzogenen Schadenseratzklagen und die
ständige Bedrohung der Kunden durch Kameras, Wachmänner,
Elektrozäune, Taschenkontrollen und Bluthunde mit ein Grund für die
sinkenden Umsätze sind, oder ob es eher mit der qualitativ
minderwertigen Ware für überzogene Preise zu tu hat, vermochte er
keine Antwort zu geben, forderte aber eine verdachtsunabhängige
Wohnraumüberwachung.

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12931962&forum_id=118771

13. Juni 2007 9:59

Kriminalisierung der Schulhöfe

Balor (15 Beiträge seit 21.03.07)

...will natürlich niemand.

Wir zeigen die Jugendlichen nur mal eben alle an und kassieren ihre
Eltern ab.

Ja, nee, is klar

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12931924&forum_id=118771

13. Juni 2007 10:04

Re: Kriminalisierung der Schulhöfe

Zulwarn (951 Beiträge seit 30.09.03)

> Wer illegal kopiert kriminalisiert sich selbst.

Wer legal kauft unterstützt mit seinem Geld eine Musikmafia, hinter
der andere Verbrechersyndikate verblassen!

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12931977&forum_id=118771

13. Juni 2007 10:09

Re: Kriminalisierung der Schulhöfe

Zulwarn (952 Beiträge seit 30.09.03)

> Soll das eine Rechtfertigung sein um sich die Daten kostenlos zu
> besorgen?

Konsumverzicht ist die legale Antwort.
Raubkopie ist die moralisch richtige Antwort.

Legal ist noch vieles. Nur weil etwas legal ist, ist es noch lange
nicht gerecht, oder moralisch vertretbar. Es ist auch legal was mit
dem Regenwald, den Walen oder was auch immer gemacht wird (da gibt es
viele Beispiele). Trotzdem kauft man als anständiger Mensch kein
Mahagoni, oder?

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12932022&forum_id=118771

13. Juni 2007 9:55

Erfolg im Interesse der Künstler

dirty ol' man (mehr als 1000 Beiträge seit 17.09.03)

Welcher Künslter sollte ein Interesse daran haben, irgendwelche
Jugendliche mit 20000 Euro zu verschulden?

http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12931896&forum_id=118771&MD5=891d3b7ada19bf1d9a2513b87753e3c8&postvote=2