Das Verfahren[1] des US-Verbandes der Musikindustrie (RIAA) gegen den Anbieter der P2P-Software Limewire hat eine aufsehenerregende Wendung genommen. Das beklagte Unternehmen Lime Group hat die Vorwürfe des Klägers in einer schriftlichen Stellungnahme weitestgehend zurückgewiesen und Gegenklage[2] (PDF-Dokument) gegen die RIAA eingereicht. Lime Group fährt dicke Geschütze gegen die von dem Verband vertretenen Labels auf: Wettbewerbsbehinderung, Preisabsprache, Kartellbildung und Verschwörung.
Danach hätten sich die Musiklabels zum Nachteil der Verbraucher abgesprochen, um neue Vertriebswege zu behindern und die volle Kontrolle über den Musikvertrieb zu behalten. Das Ziel der RIAA sei einfach: "Alle Online-Musikdienste zu zerstören, die sie nicht besitzen oder kontrollieren." Die Labels, so der Vorwurf, würden mit exklusiven Absprachen und den Wettbewerb behindernden Verträgen den Onlinevertrieb von Musik begrenzen und kontrollieren wollen. Der Fall sei Teil einer "viel größeren Verschwörung", innovative Technologien zu zerstören, welche die klassischen Geschäftsmodelle der Inhalteanbieter beeinträchtigen würden. Die RIAA hat die Anschuldigungen laut US-Medienberichten als unbegründet zurückgewiesen.
Der Verband hatte Lime Group im August wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt. Die dem Verfahren angeschlossenen Labels fordern 150.000 US-Dollar Schadensersatz für jeden Song, der über Limewire ohne Zustimmung der Rechteinhaber verbreitet wurde. Die RIAA hatte vorher verschiedene Anbieter von P2P-Software aufgefordert, mögliche Urheberrechtsverletzungen in ihren Diensten zu unterbinden und andernfalls mit Klage gedroht.
Im vergangenen Jahr hatte der oberste Gerichtshof der USA unter dem Jubel der Musikindustrie[3] ein Urteil aufgehoben[4], nach dem die P2P-Anbieter Grokster und Streamcast nicht für die von Nutzern begangenen Urheberrechtsverletzungen angeklagt werden dürften. Die Entscheidung des Supreme Courts zeigte Wirkung[5] und führte zur Aufgabe verschiedener P2P-Projekte.
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Einen witzigen Artikel zu dem Themenkomplex gibt's
heute auch beim Inquirer ...
http://uk.theinquirer.net/?article=34653
... wenn man das liest, dann kann man wirklich nur
noch davon abraten überhaupt noch CDs zu kaufen.
Ich habe knapp 1600 CDs und Unmengen von Vinyl LPs
aus der Zeit davor. Ich bin kein Sammler, sondern
höre meine Klassik, Jazz, Blues, Latin (Jobim),
Reggae Platten ständig, und liebe sie alle!
Bislang war Musik aus dem Internet für mich kein
Thema. Ich habe eine sehr gute Stereoanlage und
bevorzuge unkompremierte Musik auf CDs. Ich war
auch immer der Meinung, daß man Komponisten und
Musiker anständig honorieren sollte und habe
schon aus dem Grund auf Downloads verzichtet.
Gelegentliche Ausnahmen zum Probehören gab's
allerdings schon.
Die Situation hat sich aber im Laufe der letzten
paar Monate stark geändert. Das kleine Häufchen
von CDs auf meinem Schreibtisch, die ich nicht
abspielen kann wächst ständig. Zur Zeit sind es
8 CDs, die ich zwar bezahlt habe, die aber auf
keinem unserer Player laufen. Vom tollen Marantz,
bis zum lausigen HP Notebook ... es klappt nicht.
Wenn man dann noch weiß, das es sich bei diesen
CDs nicht um zufällige Fehlpressungen, sondern
um absichtlich verkrüppelte Ware handelt, dann
kann einen sowas schon in Rage bringen.
Für mich hat diese Erfahrung zur Konsequenz, daß
ich auf CDs künftig wohl verzichten und dafür
wieder mehr Vinyl Alben anschaffen werde. Eine
weitere Konsequenz ist daß ich, was sogenannte
illegale Downloads betrifft, meine Hemmungen
abgelegt habe. Für gekaufte Krüppel-CDs werde
ich mir künftig im Internet Ersatz beschaffen.
Das dauert zwar elend lange, funktioniert aber
sehr gut. In den vergangenen paar Wochen habe
ich über eMule mehrere unkompremierte Alben
von Eric Burdon, Brian Auger und Tajmahal
heruntergeladen und auf CD gebrannt. Diese
selbstgemachten CDs stecken nun in den
original Covers der zuvor gekauften
Krüppel CDs ...
Ich kann Musikern wie Eric Burdon, Brian Auger,
Tajmahal und anderen nur dringend empfehlen,
sich aus den Knebelverträgen ihrer gegenwärtigen
Labels zu befreien und zu Labels zu wechseln,
die ihre Kunden nicht bescheißen.
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11316476&forum_id=106009