MP3 ist und bleibt das beliebteste Audio-Format. Deshalb gibt es auch haufenweise Software zum Erstellen, Bearbeiten und Verwalten rund um das digitale Musik-Archiv. Netzwelt hat kostenlose und ausgezeichnete Programme herausgesucht und stellt diese vor.
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MP3-Software-Player: Spartanisch bis luxuriös
Mit "Winamp" fing vor Jahren die Entwicklung der MP3-Player an. Kleine Programme, die die handlichen Audiodateien abspielen können. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Masse an Freeware, die längst nicht mehr nur MP3s abspielen kann. Die Bandbreite reicht von "simpler Player" bis "eierlegende Wollmilchsau". Nichtsdestotrotz ist "Winamp" immer noch einer der beliebtesten Programme, wenn es um das Abspielen von MP3s geht. Die neue Version 5.0 kann im Vergleich zur ersten Version weitaus mehr und bietet Internet-Radio, Internet-TV, Audio-Player und CD-Player unter einer Haube. "Winamp" ist der Altstar unter den Playern und wird wegen seiner Plug-In-Möglichkeiten von uns empfohlen. Die Software lässt sich durch kleine Zusatzprogramme beliebig im Funktionsumfang erweitern.
"Foobar2000" ist sicherlich das am einfachsten gestaltete Programm unter den MP3-Playern und erinnert an das alte Winamp. Doch unterschätzen Sie die Fähigkeiten des Players nicht. Neben allen gängigen Audio-Formaten spielt foobar2000 auch Audio-CDs ab und kann CDs brennen, Playlisten verwalten und etliches mehr. Der Player ist wegen seiner schlichten Oberfläche und der herausragenden technischen Eigenschaften besonders bei audiophilen Musikhörern beliebt, die keine Ressourcen fressenden Programme haben möchten. Foobar2000 ist der ideale Player für Sie, wenn Sie auf Schnickschnack verzichten können und möchten.
Die beiden Softwaregiganten Apple und Microsoft bieten jeweils einen Softwarebrocken, der alles kann. Vor allen Dingen aber Rechte der eigenen Kopierschutztechnologie verwalten. Umfangreiche Verwaltungen, Internetradio und integrierte CD-Brenner sind Standard bei "Apple iTunes" und dem "Windows Media Player". Eine Besonderheit unterscheidet die beiden Player auch von anderen Audio-Abspielprogrammen. "iTunes" besitzt einen integrierten Music Store, der das Kaufen von Musik direkt aus dem Player ermöglicht. Eine ähnliche Lösung bietet der "Windows Media Player" - wenn auch nicht so komfortabel und erfolgreich. Die beiden Player werden trotz der Systemressourcen-Verschwendung von netzwelt eingeschränkt empfohlen - schließlich sind sie die einzigen, die die hauseigenen kopiergeschützten Songs abspielen.
Wer eine umfangreiche Software-Suite für seine Dateisammlung benötigt, dem legen wir "musikCube" ans Herz. Die Open Source Software ist übersichtlich gestaltet, bietet vollen Komfort und ist wahnsinnig schnell. Zudem können kompatible MP3-Player direkt aus der Anwendung heraus bespielt werden. Über einen Patch lässt sich das Menü zu Großteilen eindeutschen. Diverse Plug-Ins können den Funktionsumfang erheblich erweitern. So kann man etwa FLAC-, WAV-, WMA- oder Ogg Vorbis-Dateien abspielen, Messenger einbinden oder Empfehlungsdienste integrieren.
MP3-Macher: Wo kommen die Dateien her?
Neben kostenpflichtigen und illegalen Musikdiensten gibt es noch zwei weitere Quellen für MP3s. Die klassische Audio-CD und Internet-Radios. Um CDs zu "rippen", so nennt sich der Vorgang wenn man die CD-Daten auf die Festplatte kopiert, kann man auf verschiedene Programme setzen. Immer wieder hochgelobt wird "Exact Audio Copy" (EAC), das auf Wunsch die WAV-Dateien auch gleich ins MP3-Format konvertiert.
Dabei setzt "EAC" auf den LAME-Encoder, der die Bit-für-Bit-Kopie einer CD ins MP3-Format wandeln kann. EAC ist die netzwelt-Empfehlung in Sachen CD-Rippen und MP3-Encodierung, da es - die richtige Anwendung vorausgesetzt - das Erstellen von MP3s in CD-naher Qualität erlaubt. Welche Details dabei beachtet werden müssen, erfahren Sie in der netzwelt-Anleitung.
Eine weitere beliebte Quelle für MP3s sind Internet-Radiostationen. Das Mitschneiden ist urheberrechtlich erlaubt und mit den richtigen Tools und ein wenig Übung kann man zwar keine MP3s in Top-Qualität erhalten, dafür sind sie aber umsonst und man braucht keinen Anwalt zu fürchten, wie etwa bei Filesharing-Diensten. Die deutschsprachige Software "phonostar" ist ein solcher Kassetten-Recorder für Internetradiostationen.
Einmal gestartet, nimmt es voll automatisch alle Titel auf, die ihm in den Weg kommen. Das Besondere an phonoplayer im Vergleich zu anderen Mitschneide-Maschinen ist die Timerfunktion, die regelmäßig wiederkehrende Sendungen aufnimmt und speichert. Dabei kann die Freeware direkt ins WAV- oder MP3-Format speichern.
MP3-Wandler: Aus MP3 wird WAV, Ogg Vorbis und mehr
Transkodierung, so nennt sich der Prozess, wenn aus einem Format ein anderes wird. Es ist nicht ratsam, eine ohnehin schon verlustbehaftete MP3-Datei in ein anderes Format zu wandeln, manchmal kommt man allerdings nicht umhin. Für die Umwandlung von MP3 in ein anderes Format bieten sich zwei Programme an: GX::Transcoder und dBpowerAMP.
DBpowerAMP ist für alle Windows-Systeme geeignet und unterstützt nahezu alle gängigen Audioformate (MP3, MP4, m4a, WMA, Ogg Vorbis, AAC, Monkeys Audio, FLAC und viele mehr). Die Freeware (lediglich der MP3-Encoder ist in einer 30-Tage-Lizenz befristet) trägt sich in das Kontext-Menü ein und kann dann mit einem Rechtsklick aufgerufen werden.
Der GX::Transcoder arbeitet mit einer einfachen deutschsprachigen Oberfläche, die das Konvertieren von einem Audioformat zum anderen zulässt. Dabei hilft, dass übersichtlich "Format" und "Zielformat" in einer Tabelle dargestellt werden.
MP3-Verwalter: Von ID3-Tags bis zur perfekten Sammlung
Beim Verwalten von MP3s ist die Programmwahl Geschmackssache. Es soll tatsächlich Musik-Sammler geben, die nicht einmal die ID3-Tags ihrer Sammlung ordentlich vergeben haben. Über diese Dateiinformationen lassen sich Alben leichter sortieren und wiederfinden. Andere MP3-Besitzer wiederum speichern sogar Cover in die entsprechenden Ordner und pflegen Songtexte (Lyrics) in die MP3s ein. Dementsprechend umfangreich ist auch das Sortiment an Verwalter-Programmen - vom einfachen ID3-Tagger bis hin zur allumfassenden Verwalter-Software. Netzwelt empfiehlt zum einfachen Taggen das Programm "MP3Tag". Die Software gibt es mit einer deutschen Oberfläche und wird noch aktiv entwickelt. Zudem gibt es auf der Webseite ein deutschsprachiges Forum, das bei Problemen mit MP3-Tag helfen kann.
Für anspruchsvolle MP3-Verwalter bietet sich "The Godfather" an. Die Software übernimmt die Patenschaft für die komplette Sammlung und steht ebenfalls in einer deutschen Version zur Verfügung. Um Informationen über die eigenen Dateien zu erhalten gibt es ein kleines Tool, das vom burrrn-Entwickler angeboten wird. "Mr Questionman" informiert über Encoder, Dateigröße und andere Details der Audio-Datei. "The Questionman" ist die ideale Ergänzung zu beiden Programmen.
Fans von Songtexten kommen mit "EvilLyrics " auf ihre Kosten. Das kleine Tool integriert sich in WinAmp, Windows Media Player, iTunes, MusicMatch, foobar2000, QCD Player und den RealOnePlayer und zeigt auf Wunsch den Songtext zum abgespielten Song an. Praktisch ist auch der Karaoke-Modus, der Nachwuchs-Sängern das Mitsingen ermöglicht.
MP3-Bearbeiter: Reparieren, Schneidern und Lautstärke regulieren
Wer seine MP3s aus verschiedenen Quellen hat, der weiß, dass unterschiedlich
laute MP3s an den Nerven zerren können. Unverzichtbar für eine MP3-Sammlung ist
daher "MP3Gain".
Die Software "normalisiert", so nennt sich das Anpassen der Lautstärke auf ein
einheitliches Level, die MP3s auf Wunsch. In einer
Anleitung haben wir beschrieben, wie das mit kompletten Alben funktioniert.
Zum Schneiden von MP3s gibt es zwei hervorragende Programme im Internet kostenlos zum Download. "MP3 Splitter" und "mp3DirectCut". Während die Freeware "MP3 Splitter" zum Schneiden von großen Dateien in gleichgroße Stücke geeignet ist, eignet sich "mp3DirectCut" zur Feinarbeit in der Datei. Zudem ist die Oberfläche des Programms in deutscher Sprache und lässt sich daher einfacher bedienen. Als Hilfe bieten wir Ihnen für "mp3DirectCut" auch eine Anleitung.
Live-Mitschnitte oder selbst erstellte MP3s haben oft das Problem, dass sie sehr "unsauber" sind. Hier und da sind lange Pausen (digitale Stille) oder störende Geräusche. Mit der Freeware "mpTrim" (ehemals mp3Trim) können Sie Ihre Sammlung wieder auf Hochglanz polieren und diese Schwachstellen ausmerzen. "mpTrim" ist daher für Konzertmitschnitte oder Interview-MP3s bestens geeignet und unser Tipp für die MP3-Tool-Sammlung. Wie man "mpTrim" bedient, erfahren Sie hier.
MP3-Brenner: Musik auf Silberscheiben gebrannt
Auch für CD-Brenner gibt es Freeware-Programme, die mit den wichtigsten Funktionen daherkommen. Der "DeepBurner" ist so eine Software, mit der man schnell zu einem Ergebnis kommt und seine Lieblings-MP3s auf den Silberling toastet. Die Software lässt sich mühelos eindeutschen und wird intuitiv bedient. Deshalb wird "DeepBurner" von uns auch als ein gutes, kostenloses Brennprogramm empfohlen. In einer Anleitung erklären wir, wie man mit "DeepBurner" Musik-CDs brennt. Da der "DeepBurner" auch Daten-CDs brennen kann, sind auch MP3-CDs möglich, die bis zu zehn Mal mehr Musik fassen als klassische Audio-CDs. Wie man diese anlegt, beschreibt netzwelt in diesem Tutorial.
Wegen seiner Übersichtlichkeit ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert ist "Burrn". Das symphatische Programm mit den drei "r" besteht im Wesentlichen aus einer Seite, die alle wichtigen Funktionen bündelt. Hier lassen sich CD-RWs löschen, die Playlist für eine CD anlegen und die Schreibgeschwindigkeit festlegen. Auf Wunsch kann "Burrrn" auch die Funktion Replay Gain aktivieren, die die Lautstärke der einzelnen Titel auf der CD so anpasst, dass eine einheitliche Lautstärke genutzt wird. Wie man die wenigen Optionen des Brenners einstellt, beschreiben wir in einer Anleitung hier.
Eine ganz besondere Aufgabe kann das Brennprogramm "Easyburning". Die Freeware kann DVDs brennen. So lassen sich beispielsweise MP3-DVDs brennen, die Massen an digitaler Musik unterbringen können. Das ultimative Backup-Tool eignet sich deshalb für große MP3-Sammlungen, um diese auf eine DVD zu brennen. Toller Nebeneffekt: Die MP3-DVDs lassen sich von MP3-fähigen DVD-Playern abspielen. Das Erstellen solcher DVDs (Anleitung hier) ist mit der deutschsprachigen Software ganz einfach, deshalb gehört "Easyburning" zu unseren Brenner-Empfehlungen.
Fazit: Viele Wege führen zur ordentlichen MP3-Sammlung
Unser Beispiel zeigt: Es gibt unzählige kostenlose und sogar deutschsprachige Programme, um die heimische MP3-Sammlung auf Vordermann zu bringen. Die Anwendungsvielfalt reicht vom Anhören, Streamen und CD-Brennen bis hin zum Verwalten, Taggen und Schneiden der MP3s. Sicher ist unsere Aufzählung nicht erschöpfend und der ein oder andere Leser würde an unserer Stelle auch andere Programme empfehlen. Der netzwelt-Redaktion ist wichtig, dass Sie die Download-Empfehlungen nicht als ultimatives Muss, sondern als Anregung auch für eigene Experimente nutzen.