autom.Datensicherung
12.11.2007
[Home] [Emuleplus] [PALM] [Anonymes Filesharing] [Virtualisierungen mit VMWare] [Musik-Download-Angebote] [IP-TV-Sender] [Artikel] [Szenebegriffe für Filmreleases] [Fussball Live - Stream Sender & Channels]
Massenabmahnungen Phishing autom.Datensicherung Windows-Zweitsystem

Datensicherung per Automatik mit Acronis Trueimage

Wolf-Dieter Roth 06.02.2006

Image-Backup oder Daten-Backup? Am besten beides!

Die eigentliche überfällige Datensicherung wird oft nicht gemacht, weil sie Umstände macht: der Rechner ist während der Datensicherung nicht benutzbar, es sind laufend CDs oder DVDs im Brenner zu wechseln, es dauert zu lange. Die verloren gegangenen Daten irgendwann wiederherzustellen, dauert aber noch viel länger. Acronis True Image bietet in der Version 9.0 eine praktikable Lösung – wenn auch nur für einen einzelnen Rechner.

Wie steht es denn inzwischen mit den guten Vorsätzen zum neuen Jahr? Nicht mehr rauchen? Ach, noch gar nicht angefangen? Gut. Nicht mehr trinken? Doch, selbstverständlich, täglich einen Liter Tee! Nur noch mit dem eigenen Partner ins Bett? Was, ein eigener, ganz für sich allein? Prima! Und immer brav an die Datensicherung gedacht? Oh ja, dran gedacht schon – getan aber nicht. Es ging ja bisher auch gut. Festplatten halten inzwischen doch viel länger als in den Anfangsjahren. Und Viren, die mal eben alles platt machen, holen sich ja nur DAUs auf die Festplatte. Oder?


Zur Datensicherung nicht 100% sicher, aber sehr komfortabel: Externe Festplatte (Bild: W.D.Roth)

Ja, es ist leider traurige Tatsache: Jeder weiß, dass man Daten im Computer in wenigen Sekunden unwiderruflich verlieren kann, wenn die Festplatte den Geist aufgibt, doch verdrängt man den Gedanken, bis es dann doch kracht. Und so sind dann schon einmal 14 Tage Arbeit eines ganzen Teams hinüber, das einen gemeinsamen Computer benutzte, oder auch eine Diplomarbeit – oder es gibt bei Telepolis plötzlich deutlich weniger Artikel als gewohnt. Und selbst, wenn die Texte auf Disketten oder heute moderner CD-Rs gesichert wurden, so hat man garantiert Recherchematerial oder das E-Mail-Programm vergessen – oder kaut zumindest zwei Tage daran, Betriebssysteme und Programme auf einer neuen Festplatte wieder neu einzurichten.

Zur Datensicherung sind zwei Taktiken üblich. Die eine ist es, ein komplettes Abbild der ganzen Festplatte zu sichern. Der Vorteil: Ist die Festplatte von einem Virus geplättet oder fällt sie aus und muss durch eine andere ersetzt werden, kann so sofort wieder ein lauffähiges System eingespielt werden – die Arbeit, alle Programme neu zu installieren und alle persönlichen Vorlieben bei den Einstellungen erneut vornehmen zu müssen, entfällt. Der Nachteil: Der Backup ist langwierig und benötigt viel Platz – heutige Festplattengrößen mit CD-Rs zu sichern, ist eine Zumutung, und selbst mit DVD-Rs kann die Angelegenheit noch ausufern.

Etwas besser wird die Situation, wenn man Programme und Daten auf verschiedene Festplatten beziehungsweise verschiedene Partitionen der Festplatte packt. In der Systempartition steckt dann nur das Betriebssystem selbst und die installierten Programme. Alle gespeicherten Nutzdaten kommen dagegen auf eine andere Partition. Die Systempartition muss dann nur einmal gesichert werden, solange sich an der Installation nichts ändert, nur die Nutzdaten sind laufend zu sichern. Wobei man allerdings die Heimtücke mancher Software nicht unterschätzen darf: So neigen zum Beispiel die E-Mail-Programm aus dem Hause Microsoft dazu, gespeicherte E-Mails in einem Unterverzeichnis des Betriebssystems zu verstecken statt in einem Benutzerverzeichnis. Und auch der Windows-typische Ordner "Eigene Dateien" liegt zunächst auf der Systempartition und muss umgelagert werden, was dann wiederum nicht jede bereits zuvor eingerichtete Software mitbekommt.


Inkrementelle Datensicherungen werden wertlos, wenn nicht alle Versionen vorliegen

Die großen Datenmengen und damit entsprechend langen Backup-Zeiten können dadurch verringert werden, dass man sogenannte inkrementelle Backups macht: Nur beim ersten Mal wird die komplette Festplatte gesichert, und bei späteren Datensicherungen dann lediglich Veränderungen. Doch das, was so ein inkrementeller Backup beim Anlegen an Zeit spart, rächt sich, wenn man ihn tatsächlich später einmal auf die Platte zurück spielen muss: dann müssen nämlich neben dem ursprünglichen Erst-Komplett-Backup auch alle späteren Updates verarbeitet werden, um den letzten Zustand wieder herzustellen.

Ein Image-Backup hat einen weiteren Nachteil, wenn es uns Wiederherstellen der Daten gilt: Es kann die Festplatte nur in den Zustand versetzen, in dem das Backup gezogen wurde. Ist die Festplatte selbst gar nicht kaputt, sondern es fehlt nur eine einzelne Datei, so ist das komplette Zurückspielen des Image nicht nur zeitraubend, es macht auch alle erst nach dem Backup geschehenen Veränderungen zunichte. Der einen Datei, die man gerettet hat, stehen also möglicherweise Hunderte gegenüber, die verloren gegangen sind, weil die Datensicherung doch schon einige Tage alt war.

Ein dateiorientiertes Backup ist hier wesentlich nützlicher, da man in ihm die fehlende Datei lokalisieren und einzeln zurückspielen kann. Früher reichte schon eine MS-DOS-Batch-Datei, um ein solches Backup durchzuführen und dabei nur gegenüber dem letzten Backup veränderte Dateien zu sichern. Heute ist dies nicht mehr so einfach, da sich Betriebssystem und Anwendungsprogramme dagegen wehren, dass Dateien, die in Benutzung sind, kopiert werden. Damit fehlen anschließend gerade die wichtigsten Daten. Man müsste der Rechner also praktisch in den Leerlauf versetzen und dafür sorgen, dass möglichst kein Programm mehr läuft, nicht die Textverarbeitung, nicht der Browser – und auch nicht das Betriebssystem. Oder man benötigt eine Backup-Software, die sich beim Datensichern keine Vorschriften machen lässt.


 

True Image (1) von Acronis (2) wird in der neuesten Version 9.0 damit beworben, dass es beide Datensicherungsmethoden – das komplette Festplatten-Image, aber auch die Sicherung einzelner Dateien – beherrscht und auch im laufenden Betrieb des Rechners imstande ist, Daten zu sichern. Auch das Zurückspielen einzelner Dateien oder gar des Betriebssystems soll im laufenden Betrieb möglich sein. Da es durchaus einige Zeit dauern kann, bis der korrekte Zustand einer einzelnen Datei auf Basis einer Grundsicherung und etlicher inkrementeller Datensicherungen rekonstruiert werden kann, ist es durchaus von Nutzen, wenn man währenddessen am betroffenen Computer weiterarbeiten kann.

Im Praxistest stellte sich heraus, dass das Programm durchaus seinen Versprechungen gerecht wird. Dazu wurde anstelle von mit True Image prinzipiell auch verwendbaren CD-Rs bzw. DVD-Rs eine einst als Datensicherungsmedium gedachte externe 250-Gigabyte-Festplatte von Iomega (3) angeschlossen, die im Schrank gelandet war, weil die Platte nicht nur Staubsauger-Lautstärke erreichte, sondern außerdem die mitgelieferte Backup-Software von Iomega sich als völlig unbrauchbar erwiesen hatte: Sie brach mitunter unvermittelt mit einem C-Runtime-Error ab und hinterließ dann jedes Mal nicht löschbaren gigabytegroßen Datenmüll auf der Festplatte, die somit auf Dauer unbenutzbar wurde.

Eine Festplatte zur Datensicherung – statt einer dedizierten externen Festplatte ist hierzu auch ein zweiter Rechner oder ein Netzlaufwerk geeignet – hat den prinzipiellen Nachteil, dass sie im Schadensfall von Viren ebenso wie die bereits infizierte Rechnerfestplatte in Mitleidenschaft gezogen wird. Auf nicht veränderbare und löschbare Datensicherungen beispielsweise auf DVD-R sollte also keinesfalls verzichtet werden. Allerdings ist sie schneller und einfacher zu handhaben als CD-R beziehungsweise DVD-R.


Korrupte E-Mail-Verzeichnisse können einen Backup-Lauf stoppen

Auf der externen Festplatte wurde also ein Image-Backup angelegt und anschließend ein Daten-Backup ausgewählter Unterverzeichnisse. Probleme gab es hierbei nur, solange die bewusste Festplatte per Firewire angeschlossen war: hier verabschiedete sie sich aus dem Windows-Dateisystem, sobald True Image versuchte, ihre Struktur zu analysieren. Vermutlich war dies auch der Grund für das frühere Versagen der Festplatte. Bei einem Anschluss über den leider weit langsameren USB-1.1-Port traten diese Probleme dagegen nicht mehr auf. Hier kann ein Komplett-Backup allerdings durchaus die ganze Nacht dauern, vor allem, wen man anschließend die Daten überprüfen lässt, was man aber keinesfalls einsparen sollte: Was hilft ein schneller Backup, wenn er sich im Ernstfall als unbrauchbar herausstellt. Spätere inkrementelle Backups sind jedoch durchaus in 15 bis 20 Minuten erledigt und dabei kann sogar am Rechner weitergearbeitet werden, solange von diesem in diesem Moment nicht gerade Höchstleistungen verlangt werden.

Unvermittelte Abstürze erzeugten lediglich einige ältere Netscape-Mailverzeichnisse, was sich durch Neukomprimieren der Mailarchive innerhalb von Netscape beheben lief. Ansonsten lief die Backup-Software im Gegensatz zu der mit der externen Festplatte mitgelieferten Software von Iomega störungsfrei. Und auch der Preis von knapp 50 Euro erscheint durchaus akzeptabel. Die Tücke steckt allerdings im Kleingedruckten: man darf die Software nur auf einem einzigen Rechner installieren und einsetzen. Wer also Dateien von seinem Desktop-PC auf die Notebook-Festplatte sichern will und umgekehrt dasselbe vom Notebook auf den Desktop, muss eigentlich bereits zwei Programmpakete kaufen. Wer eine Familie mit vielen Rechnern hat, benötigt dementsprechend viele Programmpakete.

Die Möglichkeit, nur zusätzliche Lizenzen für weitere Rechner nachzukaufen, bietet der Hersteller nicht an. Allerdings überprüft er auch nicht, auf wie vielen Rechnern die Software installiert wird. Bei gewerblicher Nutzung kann die Nichtbeachtung der Lizenzbedingungen allerdings sehr viel Ärger einbringen. In Unternehmen, die mehr als eine Hand voll Rechner haben, werden allerdings sowieso üblicherweise Netzwerklösungen zum Datensichern verwendet, mit entsprechender, dazu gelieferter Software. Für den, der nur einen einzigen Computer besitzt, ist True Image dagegen eine Hilfe gegen den alltäglichen Schlendrian beim Datensichern. Eine 15 Tage eingeschränkt funktionierende Testversion ist kostenlos erhältlich (4); man kann also vor dem Kauf ausprobieren, ob das Programm einem zusagt.

Links

(1) http://www.acronis.de/homecomputing/products/trueimage/
(2) http://www.acronis.de
(3) http://www.iomega.de
(4) http://www.acronis.de/homecomputing/download/trueimage/

Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21886/1.html