Die französische Datenschutzkommission Commission nationale de l'informatique et des libertés (CNIL[1]) hat es der Vereinigung von Software-Herstellern Syndicat des Editeurs de Logiciels de Loisi (SELL[2]) gestattet, den Datenverkehr auf Filesharing-Plattformen im Internet automatisch zu überwachen, um Copyright-Verstöße aufzudecken. SELL darf demnach im ersten Schritt Anbieter unerlaubt kopierter Software online verwarnen. Im zweiten Schritt darf sie auch die IP-Adresse eines Tauschbörsen-Teilnehmers ermitteln und verwenden. Die CNIL hat gleichzeitig bestimmt, dass die zu den IP-Adressen gehörigen Nutzerdaten nur im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens herausgegeben werden dürfen.
In den USA ist es anscheinend schon länger üblich, dass sich zumindest die Musik- und Filmindustrie Data Mining[3] bedient, um Copyright-Verletzungen im Internet aufzuspüren. In Deutschland hatte die Musikindustrie 2003 bekannt gegeben[4], über die Messaging-Funktion von Filesharing-Software Nutzer über den Urheberschutz informieren zu wollen.
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[1] http://www.cnil.fr/index.php?id=1801&news[uid]=254&cHash=6a705d2d30
[2] http://www.sell.fr/
[3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/36755
[4] http://www.heise.de/newsticker/meldung/39429
[5] mailto:anw@ct.heise.de
Die Musik- und Filmindustrie bedient sich ausgefeilter Data-Mining-Techniken von spezialisierten Dienstleistern, um Copyright-Verletzungen im Internet aufzuspüren. Wie der britische Newsdienst The Inquirer in Erfahrung gebracht haben will, nutzen einige Unternehmen die Dienste der Firma MediaSentry, die auf ihrer Website eine grobe Beschreibung[1] ihrer Anti-Piracy-Technologie veröffentlicht hat.
Demnach bietet die Firma ihren Klienten eine laufende Überwachung von Tauschbörsen, IRC-Netzwerken, Websites, FTP-Sites und Newsgroups an. MediaSentry rühmt sich, über weit bessere Techniken als die simple Suche nach Dateinamen zu verfügen. Die Suchmaschine nutze Heuristiken, sich automatisch anpassende Suchfunktionen, neuronale Algorithmen sowie Filter mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen und erziele damit eine bisher unerreichte Genauigkeit bei der Aufdeckung von Urheberrechtsverletzungen. Der ständig aktualisierte Katalog aufgespürter Copyright-Verletzungen wird mit einem Verzeichnis der Werke abgeglichen, für die der jeweilige Klient die Rechte hält.
Die Entdeckung von illegalen Kopien führt in der Regel dazu, dass der Rechteinhaber sich an den Internet Service Provider (ISP) wendet, dessen Dienst für Download-Angebote genutzt wurde. Als Beispiel veröffentlicht The Inqirer ein Schreiben[2], das im Auftrag der Columbia Pictures Industries Inc. an ISPs verschickt worden sein soll.
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[1] http://www.mediasentry.com/about/technology.asp
[2] http://www.theinquirer.net/?article=9421
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