Windows-Zweitsystem
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Massenabmahnungen Phishing autom.Datensicherung Windows-Zweitsystem

13.05.2005 11:37

Windows-Zweitsystem

Nichts geht mehr, Windows schließt sich selbst kurz und sieht blau. Gegen Datenverlust und gegen stundenlange Neu-Installationen wappnen Sie sich mit einem Reserve-Windows auf CD. Zudem lässt sich das kleine Zweitsystem auch in anderen Situationen vielseitig einsetzen.

Ein Reserve-Windows in der Schublade nimmt selbst einem Totalversagen des Systems den Schrecken. Mit einem Zweitsystem auf CD, das USB-Geräte und Netzwerk bereitstellt und Tools enthält, um diese Ressourcen bequem anzusprechen, kommen Sie auch ohne Ihr Originalsystem wieder an Ihre Daten. Je nach Zustand des Systems gelingt über das Zweit-Windows auch eine Reparatur, und Sie ersparen sich die zeitraubende und oft problematische Neu-Installation – problematisch deshalb, weil eine Neu-Installation von Windows 2000 oder XP die Kontendaten früherer Installationen unzugänglich macht.

Was kommt als Zweitsystem in Betracht? Erste Wahl ist das Mini-Windows „Bart PE“. Das „Bart Preinstalled Environment“ stammt von dem Niederländer Bart Lagerweij. Es bietet auf etwa 150 MB alles, was Sie für ein Reservesystem brauchen. Flexible Plug-ins und die Option, zusätzliche Tools in einem extra Ordner mit auf die CD zu brennen, machen das System offen für eigene Erweiterungen.

Die Redaktion hat in Zusammenarbeit mit dem Entwickler Bart Lagerweij eine spezielle PC-WELT-Edition von Bart PE [1] kompiliert: Damit sind Sie bestens gewappnet für den Fall der Fälle.

Eine Bart-PE-CD ist allerdings nicht nur im Notfall nützlich: Sie können damit zum Beispiel auch NTFS-Daten von einer USB-Festplatte auf einen Rechner unter einem älteren Windows übertragen. Sie können mit Bart PE eine Standardumgebung auf jeden beliebigen Rechner mitnehmen. Administratoren kommen damit ohne Umwege ins System. Und mit dem Zweit-Windows surfen Sie ohne jedes Risiko. Zum Erstellen benötigen Sie zwar Windows XP oder Server 2003 – nutzen können Sie Ihre Bart-PE Scheibe aber auf jedem PC.

Übrigens: Wir beschreiben ausführlich alle Möglichkeiten, diese CD individuell einzurichten – das Basissystem ist jedoch mit Hilfe automatisierter Funktionen innerhalb weniger Minuten erstellt.

Der PE Builder: Erste Schritte

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit der Bart PE PC-WELT-Edition [2] liegt kein fertiges, boot-fähiges Bart PE vor. Das ist nicht möglich, weil erst aus Ihrer Windows-Installation heraus ein kleines bootfähiges System auf CD geschrieben wird. Sie erhalten deshalb den Bart PE Builder, mit dem Sie bequem und fast vollautomatisch Ihre eigene Bart-PE-CD erstellen. Zusätzlich brauchen Sie:

Die fertige Bart-PE-CD ist mehr als ein Notfallsystem, gewissermaßen ein komplettes Mini-Windows inklusive grafischer Oberfläche, Dateimanager, Browser, Virenscanner und vielem mehr. Damit starten Sie jeden beliebigen Windows-Rechner und können darauf uneingeschränkt arbeiten, reparieren, kopieren ...

1. Von der PC-WELT-CD zur Boot-CD

Die Voraussetzung, um die PC-WELT-Edition von Bart PE auf CD zu brennen, ist eine Windows-XP-CD mit integriertem Service Pack 1 oder integriertem Service Pack 2. Ebenfalls möglich ist eine Installations-CD von Windows Server 2003. Wenn Sie keine solche CD besitzen, führen Sie zunächst die Schritte unter Punkt 2 aus.

Entpacken Sie das Archiv „Bart-PE Builder_PC-WELT-Edition“ in einen beliebigen leeren Ordner auf Ihre Festplatte. Starten Sie dann das Programm Pebuilder.EXE. In das Eingabefeld unter „Quelle“ geben Sie den Pfad zu den Windows-Setup-Dateien an. Am schnellsten arbeitet der PE Builder, wenn Sie zuvor den Inhalt der Windows-Installations-CD auf die Festplatte kopieren.

Unter „Zusatzordner“ können Sie ein Verzeichnis angeben, dessen Inhalt ebenfalls in die CD eingebunden werden soll. Praktisch ist hier zum Beispiel ein Ordner mit kleinen Tools, die Sie immer griffbereit haben möchten, aber nicht extra in Bart PE integrieren wollen. Vorsicht: Nicht jedes Tool funktioniert ohne entsprechendes Plug-in (siehe Punkt 4) fehlerfrei.

Alle Dateien und Unterordner des angegebenen „Zusatzordners“ landen später im Root-Verzeichnis der CD. Möchten Sie das ändern, erstellen Sie unterhalb des Zusatzordners beispielsweise ein Verzeichnis „Tools“, in das Sie alle Dateien und Ordner verschieben.

Legen Sie den Rohling ein, und aktivieren Sie die Klickboxen vor „ISO-Image anlegen“ und „Auf CD brennen“. Jetzt wählen Sie „Erstellen“. Der PE Builder informiert Sie ausführlich über die aktuelle Aktion bis hin zum Brennvorgang. Um sicherzustellen, dass Sie von der Bart-PE-CD booten können, ändern Sie gegebenenfalls vor dem nächsten Systemstart die Bootreihenfolge so, dass das Rechner-Bios CD- und DVD-Laufwerke vor den Festplatten- Partitionen anspricht.

Slipstream und Kurzübersicht

2. Slipstream: SP2-Dateien integrieren

Wenn Sie eine Windows-XP-CD ohne integriertes Service Pack besitzen, müssen Sie zunächst das aktuelle Service Pack 2 über die Slipstream-Methode in die Setup-Dateien einbinden. Der PE Builder übernimmt auch diese Aufgabe – wählen Sie „Quelle, Slipstream“. Geben Sie in der oberen Zeile den Pfad zu den Windows-XP-Setup-Dateien an.

In der Regel wird es sich um eine CD handeln. In diesem Fall aktivieren Sie zusätzlich die Klickbox „Quelle ist schreibgeschützt“. In der zweiten Zeile geben Sie den Pfad zur Service-Pack-2-Datei an. Sie besitzen das SP 2 noch nicht? Sie können es über www.pcwelt.de/sp2 [3] herunterladen (265 MB).

Die dritte Zeile ist aktiviert, wenn Sie oben eine schreibgeschützte Quelle angegeben haben. Hier können Sie einen beliebigen leeren Zielordner eintragen, der allerdings etwa 1 GB freien Speicherplatz bieten muss. Nach „OK“ startet die Integration. Danach erhalten Sie im Hauptfenster des PE Builders als „Quelle“ automatisch den Zielordner der Slipstream-Aktion. Nun geht es weiter wie unter Punkt 1 beschrieben.

3. Kurzübersicht zur PC-WELT-Edition

Bart PE lässt sich individuell anpassen (siehe Punkt 4). Doch auch wenn Sie das System so übernehmen, wie es vorkonfiguriert auf der CD liegt, bekommen Sie damit ein leicht zu bedienendes Notfall-Windows mit allen wesentlichen Programmen. Die Schaltfläche „Go“ unten links öffnet das Start-Menü. An die dort angebotenen Tools kommen Sie übrigens auch heran, wenn Sie nicht von der CD starten, sondern sie erst einlegen, wenn Windows bereits läuft.

Unter „System“ finden Sie eine ganze Reihe von System-Tools. Damit können Sie Festplatten überprüfen, die Bildschirmauflösung anpassen oder den Task-Manager starten. Mit dem wichtigsten Punkt „Netzwerk“ geben Sie unter anderem alle Laufwerke frei und können somit die Reparatur oder Datenrettung komplett von einem zweiten PC aus durchführen.

Das Menü „Programme“ bietet den Dateimanager Total Commander [4] 6.5, den Spyware-Scanner Ad Aware SE [5] , die Antiviren-Software Antivir Personal Edition [6] 6.26, den Browser Firefox [7] 1.0, den Bildbetrachter Irfan View [8] 3.9, die Brenn-Software Deep Burner 1.3, den (Ent-)Packer 7-Zip 3.13, den Code-Editor Proton 3.2 und einiges mehr. Antivir, Deep Burner und Ad-Aware werden aus technischen Gründen vor dem Start erst auf die von Bart PE gestartete Ramdisk (B:) kopiert. Nebenbei haben wir die CMD.EXE etwas aufgepeppt – Infos dazu erhalten Sie beim Aufruf der Datei.

Eigene Plug-ins integrieren

4. Bart-PE-CD mit eigenen Plug-ins

Bart Lagerweijs PE Builder ist offen konzipiert. Erfahrene User sind nach einem Blick in die Hilfe rasch in der Lage, weitere Anwendungen in das Bart-PE-System zu integrieren. Wichtig ist insbesondere die Anleitung Pluginformat.HTM im Help-Verzeichnis von PE Builder.

Alle Anwendungen, die später im „Go“-Menü unter Bart PE erscheinen, müssen Sie vor dem Brennen über Plug-ins in die Image-Datei einbinden. Jedes Plug-in erfordert mindestens eine INF- und eine XML-Datei. Die XML-Datei besorgt nur den Einbau in das „Go“-Menü, die wichtigere INF-Datei legt fest, welche Dateien für die jeweilige Anwendung kopiert werden und welche Registry-Einträge sie benötigt.

Bevor Sie sich mit dem Schreiben eigener INF-Dateien befassen, sollten Sie stets einen Blick auf das umfangreiche Plug-in-Archiv unter www.pcwelt.de/bpe [9] werfen. Hier finden Sie zahllose Plug-ins für den PE Builder als komprimierte CABDateien. Diese können Sie im Dialog „Plug-Ins“ bequem mit „Hinzufügen“ übernehmen. Danach müssen Sie das Zusatz-Tool noch über die Schaltfläche „Aktivieren/Deaktivieren“ scharf schalten.

Beachten Sie, dass solche Plug-ins nur die Schnittstelle zum jeweiligen Programm herstellen: Um herauszufinden, welche Programmdateien Sie an welcher Stelle brauchen, folgen Sie den Anweisungen der meist englischsprachigen Hilfe zum jeweiligen Plug-in. Dazu markieren Sie im Dialog „Plug-Ins“ die gewünschte Anwendung und klicken dann auf „Hilfe“.

Daten sichern: Erste Schritte

Wenn Windows streikt, sind die Daten auf der Festplatte zwar erst mal unzugänglich, aber noch lange nicht verloren. Wenn kein Hardware-Defekt vorliegt, gelingt es fast immer, den Platteninhalt mit einem Notfallsystem wie Bart PE zu kopieren. Wenn Sie vorgesorgt haben, bringen Sie mit wenigen Handgriffen eine Windows-Kopie zum Laufen.

5. Backup: Windows-Kopie für Notfälle

Manchmal geht’s auch ohne Bart PE – dann nämlich, wenn Sie das System vor nicht allzu langer Zeit vollständig kopiert haben. Was unter Windows 9x kein Problem darstellt, ist unter Windows 2000/XP dadurch erschwert, dass die Registry-Dateien im Normalbetrieb gesperrt sind. Mit Hilfe unserer pcwWinback.BAT [10] erhalten Sie trotzdem eine vollständige Kopie der Registry.

Die Batchdatei kopiert unter laufendem Windows alle nicht gesperrten Dateien nach \Winback und \Userback auf die Systempartition. In einem weiteren Schritt legt sie die Hilfs-Batches #1.BAT und #Notfall.BAT an. Gehen Sie dann in die Wiederherstellungskonsole. Mit

batch \#1.BAT

sichern Sie nun die gesperrten Registry-Dateien. Die Batchdatei #Notfall.BAT rufen Sie ebenfalls in der Windows-Wiederherstellungskonsole auf. Sie ersetzt ein kaputtes Windows wieder durch das vorher angelegte Backup:

batch \#notfall.bat

Die Wiederherstellungskonsole können Sie in jedem Fall über die Windows-Setup-CD starten. Alternativ und bei häufigerem Einsatz praktischer ist es, die Wiederherstellungskonsole als Bootoption auf der Festplatte einzurichten.

6. Daten kopieren unter Bart PE

Bart PE kann auf alle FAT(32)- und NTFS-Partitionen zugreifen. Das geeignete Tool ist der Dateimanager Total Commander, den Sie unter „Go, Programme“ aufrufen. Hier kopieren Sie ausgewählte Dateien mit <F5> bequem in einer Zwei-Fenster-Darstellung. Natürlich steht auch Xcopy in der Kommandozeile zur Verfügung.

Als Zielordner eignet sich auf einem PC ohne Netz ein USB-Massenspeicher, den Bart PE automatisch erkennt, wenn das Medium beziehungsweise Gerät beim Start des Systems bereits eingesteckt ist. Zum Austausch von USB-Datenträgern booten Sie also gegebenenfalls neu. Noch deutlich einfacher arbeiten Sie in einem Netz, indem Sie alle Festplatten des PCs freigeben, den Sie mit Bart PE gestartet haben, oder eine Remote-Verbindung aufbauen (siehe Punkt „Vernetzen“).

Daten brennen und Registry sichern

7. Daten mit Bart PE auf CD brennen

Bei einem PC ohne Netz haben Sie eine weitere Alternative der Datenrettung, sofern der PC neben einem Brenner ein zweites CD- oder DVD-Laufwerk besitzt. Dann können Sie von Bart PE booten und die Scheibe im Laufwerk lassen, während Sie mit dem Tool Deep Burner („Go, Programme“) Ihre Daten brennen.

Nach dem Aufruf des Programms wählen Sie, ob Sie eine Daten-CD/DVD, eine Audio-CD oder ein ISO-Image brennen möchten. Um Daten zu sichern, sollten Sie hier die erste Option wählen. Nach einem Klick auf die Schaltfläche „Weiter“ erstellen Sie eine neue Multisession- Zusammenstellung. Dann brauchen Sie nur noch die zu brennenden Daten per Drag & Drop vom Explorer-Fenster in das „Data“-Fenster zu ziehen.

Die Füllstandsanzeige gibt Auskunft, ob die Daten auf die CD passen. Zuletzt klicken Sie auf „Ansicht, CD/DVD brennen“, um die Zusammenstellung zu brennen.

8. Backup: Registry (zurück-)sichern

Windows XP bietet keine komfortable Lösung für ein vollständiges Backup der Registry-Dateien, da es diese während des Betriebs sperrt (siehe Punkt 5). Über „Start, Zubehör, Systemprogramme, Sicherung“ sichern Sie zwar alle Systemdateien, für die Wiederherstellung benötigen Sie aber ein lauffähiges Windows. Und das haben Sie eben dann nicht, wenn der Rechner wegen schwerer Registry-Fehler nicht mehr startet.

Bart PE macht es denkbar einfach, die Windows-Registry zu kopieren – und sie später wiederherzustellen. Starten Sie den Total Commander, und kopieren Sie einfach das komplette Verzeichnis „%windir%\System32\ Config“ der Windows-Installation auf eine andere Festplatte oder auf CD. Im Ernstfall kopieren Sie diese Sicherung wieder an den ursprünglichen Ort zurück.

Achtung: Ein so repariertes Windows- System fällt natürlich auf den Zustand des Sicherungszeitpunkts zurück. Zwischenzeitlich installierte Programme und geänderte Einstellungen werden nicht mehr funktionieren.

Reparatur: Erste Schritte

Windows XP bietet mit der Systemwiederherstellung und der Wiederherstellungskonsole von Haus aus bereits einige Werkzeuge zur Systemreparatur. Bart PE erweitert diese Möglichkeiten durch einen Virenscanner. Außerdem bietet es Zugriff auf Bootdateien, Systemdateien und Registry unabhängig davon, ob das Windows-System noch funktioniert.

9. Notarzt: System auf Viren überprüfen

Ein Virenscanner arbeitet am besten unabhängig vom bestehenden System. Die PC-WELT-Edition von Bart PE [11] ist mit dem Virenscanner Antivir PE ausgestattet (für den privaten Einsatz kostenlos). Das Programm erkennt und entfernt über 80.000 Viren und bietet Schutz vor allen Arten vom Malware: Trojanern, Würmern, Makroviren und Backdoor- Programmen.

Nach „Go, Programme, AV Personal“ unter Bart PE startet eine Batchdatei, die automatisch alle erforderlichen Dateien von der CD in die Ramdisk auf Laufwerk B: kopiert. Nach dem Selbsttest wählen Sie die Laufwerke aus, die Sie scannen möchten, und klicken auf das Icon „Suchen“ ganz links in der Symbolleiste. Sollte das Programm fündig werden, bietet es Ihnen an, die befallenen Dateien zu löschen oder zu reparieren.

Damit Antivir auch neueste Viren erkennt, ist vor dem Suchlauf ein Update der Signaturen empfehlenswert. Voraussetzung hierfür ist eine aktive Internet-Verbindung (siehe Punkte 12 und 14).

Gehen Sie auf „Tools, Internet Update starten“, und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Das Download-Volumen der Virensignaturen beträgt etwa 2 MB, ist zusätzlich ein Update der Programmdateien notwendig, werden es etwa 5 MB. Da Updates nur auf der Ramdisk landen, ist Antivir nach dem nächsten Start von Bart PE wieder auf dem alten Stand. Um ständige Downloads der Signaturen zu vermeiden, können Sie das Verzeichnis B:\Avpersonal nach einem Update auf USB-Stick oder Festplatte sichern und nach dem Start von Bart PE manuell auf die Ramdisk auf Laufwerk B: kopieren.

Etwas aufwendiger ist es, ab und an eine neue Bart-PE-CD mit aktualisiertem Antivir zu erstellen. Dazu verwenden Sie entweder die nach einem Update gesicherten Dateien von der Ramdisk, oder Sie installieren Antivir unter Windows, führen ein Update durch und kopieren die Dateien von der Festplatte in das Verzeichnis „plugin\AVPersonal\files“ des PE Builders. Erstellen Sie dann ein neues Bart PE.

Registry bearbeiten und System wiederbeleben

10. Die Windows-Registry bearbeiten

Beim Aufruf von Regedit unter Bart PE sehen Sie nur die Registry des CD-Systems. Um eine defekte Windows-Registry des installierten Systems unter Bart PE zu bearbeiten, müssen Sie daher besondere Kniffe anwenden.

In einigen Fällen ist es notwendig, die Registry von einem anderen System aus zu ändern. Beispiel dafür ist ein Windows-XP-System, das nach dem Auswechseln einer Hauptplatine nicht mehr startet. Der Grund dafür: Die neue Platine verwendet einen anderen Chipsatz und darum auch einen anderen IDE-Controller. Ohne Bart PE müssten Sie dann die Festplatte ausbauen, in einen anderen XP-Rechner wieder einbauen und die Registry bearbeiten.

Um mit Bart PE die Registry des installierten Windows-Systems zu bearbeiten, sind folgende Schritte erforderlich:

1. Wählen Sie „Go, Ausführen, Regedit“.

2. Markieren Sie den Schlüssel „Hkey_Local_Machine“, und klicken Sie auf „Datei, Struktur laden“. Wählen Sie dann die gewünschte Registry-Datei aus dem Verzeichnis „System32\Config“ der Windows-Installation. Die Datei „software“ entspricht dabei dem Schlüssel „Hkey_Local_Machine\Software“ und „system“ „Hkey_Local_Machine\System“. Wenn Sie die Registry-Einträge für einen bestimmten Benutzer bearbeiten möchten, wählen Sie die Ntuser.DAT unter „C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer>“. Nach einem Klick auf „Öffnen“ geben Sie unter „Schlüsselname“ den Buchstaben „Z“ ein.

3. Über „Hkey_Local_Machine\Z“ haben Sie jetzt Zugriff auf die Windows-Registry. Nehmen Sie die gewünschten Änderungen vor, markieren Sie anschließend den Schlüssel „Z“, und wählen Sie „Datei, Struktur entfernen, Ja“. So hängen Sie den importierten Zweig wieder aus.

11. System nach Blue Screen wiederbeleben

Der „Blaue Bildschirm des Todes“ (BSOD – Blue Screen of Death) nach dem Windows-Start signalisiert fast immer Ärger mit einem fehlerhaften Treiber. Windows XP besitzt nur wenige Werkzeuge zum Beheben dieses gravierenden Problems – und diese sind auch noch sehr umständlich anzuwenden.

Tatsächlich genügt es in vielen Fällen, den betreffenden Treiber einfach zu löschen, um Windows wieder zum Start zu bewegen. Wie die Treiberdatei heißt, zeigt Windows im Blue Screen an – wenn nicht, suchen Sie im Verzeichnis System32\Drivers nach der zuletzt erstellten Datei und benennen diese unter Bart PE um, beispielsweise in <Treiber>.sys.bak.

Zum Löschen und Umbenennen verwenden Sie am besten den Dateimanager Total Commander.

Vernetzen: Erste Schritte

Mit Bart PE melden Sie sich mühelos an einem LAN an – und mit ein wenig mehr Aufwand kommen Sie sogar direkt ins Internet. Die LAN-Verbindung und Freigabe der Daten sind die ideale Basis für die bequeme Wartung von einem voll einsatzfähigen Windows aus. Über den Zugang zum Web lassen sich fehlende Treiber oder fehlende Informationen besorgen.

12. Die Optionen der Netzwerk-Verbindung

Bart PE bietet unter „Go, System, Netzwerk“ neun Optionen – nach Wichtigkeit sortiert. Die komfortabelste Option findet sich an Position 4: „Netzwerk und Freigaben laden (DHCP/auto)“. Sie konfiguriert die Netzverbindung und gibt automatisch alle Datenträger frei. Der PC unter Bart PE ist dann unter einem Zufallsnamen „bartpe-<nnnnn>“ und mit einem automatisch generierten Admin-Kennwort von einem anderen Netz-PC aus zugänglich.

Auch der Zugriff auf das Internet ist möglich, wenn das LAN einen Gateway besitzt, Sie also auch mit dem normalen Windows über das LAN ins Web gehen. Diese Option setzt aber ein Netzwerk mit DHCP-Server voraus, der die IP-Nummer automatisch vergibt. Das Gleiche gilt für die Option „Netzwerk konfigurieren (DHCP/auto)“, welche das Netz konfiguriert, aber auf automatische Freigaben verzichtet.

In einem Heimnetz oder kleinen Peer-to-Peer-Netz wählen Sie den obersten Eintrag „Netzwerk konfigurieren (GUI)“. Dann tragen Sie unter „Use the following IP address“ die IP-Nummer manuell ein, die Sie auch unter Windows nutzen. „Computer Name“ und „Workgroup“ können Sie anpassen, müssen es aber nicht.

Nach einem Klick auf „Start Network Services“ ist Bart PE im Netz. Danach können Sie „Freigaben laden (Server)“, um alles freizugeben, oder nach „Netzlaufwerk verbinden“ auf Laufwerke anderer PCs zugreifen.

13. Fehlenden Netztreiber einbinden

In seltenen Fällen scheitert der Netzwerkzugriff unter Bart PE. Ob die LAN-Verbindung auf Anhieb klappt, hängt schlicht davon ab, ob der Treiber der Netzwerkkarte auf der Bart-PE-CD enthalten ist.

Rufen Sie unter Bart PE „Go, System, Netzwerk, Netzwerk konfigurieren (GUI)“ auf. Hier klicken Sie auf „Detect Network adapters“. Zeigt der Dialog nach der kurzen Suche keine Netzwerkkarte an, benötigen Sie eine neue Bart-PE-CD mit dem jeweiligen Treiber.

Besorgen Sie sich den Treiber entweder von der Website des Herstellers oder von der CD, die Sie mit der Netzwerkkarte bekommen haben. Dann starten Sie Ihr normales Windows und entpacken das Treiberarchiv im Bart-PE-Verzeichnis unter „Drivers\Net“ und dort in ein eigenes Unterverzeichnis mit beliebigem Namen. Nach dem Brennen der CD und Booten der neuen Bart-PE-CD sollte das Netzwerk funktionieren.

Ab ins Internet

14. Verbindung zum Web mit DSL/Modem

Die Plug-ins zur Einwahl in das Internet via Modem oder DSL befinden sich noch im Entwicklungsstadium. In der PC-WELT-Edition von Bart PE sind sie deshalb zunächst deaktiviert. Es ist einige Handarbeit nötig, um sie einzusetzen – wir geben dafür aber keine Erfolgsgarantie.

DSL: Hier müssen Sie im PE Builder die Plug-ins „PPPOE dial-up support“ und „Device Manager Clone“ aktivieren, bevor Sie die Bart-PE-CD brennen. Außerdem benötigen Sie ein Hilfsprogramm, das aus lizenzrechtlichen Gründen (siehe „Die Extra-Datei“) nicht im PE Builder enthalten ist: Sie erhalten die notwendige Datei Snetcfg_wxp.ZIP unter www.jsiinc.com/dl/snetcfg_ wxp.zip (5 KB).

Nach dem Entpacken verschieben Sie die EXE-Datei in das PE-Builder-Verzeichnis in „plugin\pppoe_xp\files“. Mit dem aktivierten PPPoE-Plug-in erhalten Sie im „Go“-Menü unter „System, Netzwerk“ ein zusätzliches Menü „PPPOE dialup“. Aktivieren Sie, wie im Punkt 12 beschrieben, zuerst das Netzwerk, und klicken Sie dann unter „PPPOE dial-up“ auf „Start PPPOE Services“. Mit „New Connect“ rufen Sie den Dialog auf, in dem Sie Ihre Zugangsdaten eingeben.

Achtung: Der Menüpunkt „Hangup“, mit dem Sie die Verbindung wieder beenden, funktioniert nur, wenn Sie den Namen der Verbindung auf dem voreingestellten „My Broadband Connection“ belassen.

Modem: Für die Einwahl per Modem benötigen Sie die entpackte Snetcfg_wxp.ZIP (siehe DSL, oben). Allerdings verschieben Sie die EXE diesmal unter „plugin\dialup\files“. Aktivieren Sie dann die Plug-ins „Dialup Networking Support“, „Dialup Networking Support – MODEM: Standard 33600bps Modem attached to COM1“ und „Device Manager Clone“ (siehe Punkt 4).

Ist Ihr Modem an einem anderen COM-Port angeschlossen, ändern Sie das direkt in der zugehörigen INF-Datei „plugins\dialupmodem\mdm_stan dard_com1.inf“. Suchen Sie hier die Zeile „0x7, ,Microsoft\Ras\Tapi Devices\Unimodem’, ,Address’, ,COM1’“, und ändern Sie die letzte Angabe, etwa in „COM2“.

Noch komplizierter wird es, wenn Sie ein internes Modem mit eigenen Treibern besitzen. Der direkte Zugriff über die serielle Schnittstelle ist dann nicht möglich. Dann lassen Sie das Plug-in „Dialup Networking Support – MODEM: Standard 33600bps Modem attached to COM1“ deaktiviert; Sie benötigen in diesem Fall ein eigenes Modem- Plug-in. Eine kurze Anleitung dazu erhalten Sie, wenn Sie beim Plug-in „Dialup Networking Support“ auf „Hilfe“ klicken. Oben finden Sie einen Link auf das Web-Forum zum PE Builder, wo Sie zusätzliche Hilfe und eventuell auch ein für Ihr Modem passendes Plug-in finden.

Mit dem Bart-PE-Geräte-Manager unter „Go, Programme, System Tools, Device Manager Clone“ stellen Sie fest, ob die Installation des Modems erfolgreich war. Mit einem Klick der rechten Maustaste auf „Properties“ können Sie die Einstellungen gegebenenfalls nachjustieren – wie unter Windows auch.

Im Menü „Go, System, Netzwerk“ klicken Sie nun auf „Start Network and Dialup Services“ und richten im Untermenü „Dialup Networking“ Ihre Verbindung ein.


Bart Lagerweij über Bart PE

PC-WELT: Gab es einen konkreten Auslöser für Ihr PE-Projekt?
Lagerweij: Ja. Ich wurde sehr, sehr neugierig, als ich Microsoft Windows PE in Aktion erlebte: Booten von CD mit vollen NTFS-Zugriff – endlich Schluss mit den kaum tauglichen DOS-basierten NTFS-Tools! Doch dann las ich in der EULA (den Microsoft-Lizenzbedingungen, Red.) von Windows PE, dass nur Großkunden diese Software nutzen dürfen. Enttäuschend! Ein rascher Datei-Abgleich machte mir dann wieder Hoffnung – so ziemlich alles von Windows PE liegt auch auf einer Setup-CD von Windows XP. Ich legte los, weil ich dachte, ein Windows-PE-ähnliches Projekt sei einfach. Hätte ich geahnt, was auf mich zukommt – ich hätte vermutlich nie angefangen.

PC-WELT: Was war denn die größte technische Hürde?
Lagerweij: Das Netzkonfigurations-Tool Bartpe.EXE war eine enorme Herausforderung, insbesondere das automatische Laden der Treiber ohne User-Abfragen.

PC-WELT: Gibt es noch Funktionen, die Sie in künftige Versionen des PE-Builders einbauen wollen?
Lagerweij: Sicher, eine ganze Menge – einen Plug-in-Manager, Sprachenunterstützung, integrierte CD- und DVD-Brennfunktion, meinen eigenen Dateimanager und Registrierungs- Editor, um nur das Wichtigste zu nennen.

PC-WELT: Wäre es nicht eigentlich Microsofts Pflicht, ein freies Windows PE anzubieten?
Lagerweij: Allerdings! Schon vor einem Jahr hat ein Produkt-Manager Entsprechendes angekündigt. Ich glaube inzwischen, dass Microsoft lediglich die Text-basierte Wiederherstellungskonsole durch eine grafische ersetzen wird, die so ähnlich wie Bart PE aussieht.

PC-WELT: Ihre ersten Versionen hat Microsoft umgehend aus dem Verkehr gezogen. Was hält Microsoft heute von Bart PE? Gibt es konkrete Reaktionen?
Lagerweij: Spärlich. Klar – mein Programm ist legal, sie können mich nicht stoppen. Andererseits kann der Anwender beim Einsatz des PE Builders leicht gegen die Windows- EULA verstoßen. Aus diesem Grund habe ich einen Prompt eingebaut, mit dem der Anwender der Windows-EULA zustimmen muss. Meine Web-Seite ( www.nu2.nu [12] ) enthält weitere Hinweise zum legalen Einsatz.

PC-WELT: Wir danken für das Gespräch und für die konstruktive Zusammenarbeit.

Links aus diesem Artikel:

[1] http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/108595/

[2] http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/108595/

[3] http://www.pcwelt.de/sp2

[4] http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/8425/index.html

[5] http://www.pcwelt.de/downloads/datenschutz/sicherheit/8061/index.html

[6] http://www.pcwelt.de/downloads/virenschutz/virenprogramme/8861/index.html

[7] http://www.pcwelt.de/downloads/browser_netz/browser/104635/index.html

[8] http://www.pcwelt.de/downloads/grafik_videomultimedia/19025/index.html

[9] http://www.pcwelt.de/bpe

[10] http://www.pcwelt.de/downloads/pcwelt_tools/tools/108324/

[11] http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/108595/

[12] http://www.nu2.nu/


SPIEGEL ONLINE - 27. Dezember 2005, 12:27
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,392380,00.html

Rootkits

Virenfiltern droht der Knockout

Die ausgefuchsten Computerviren der nächsten Generation lassen Virenscannern kaum noch eine Chance. Nach dem Muster des Sony-BMG-Kopierschutzes XCP verbergen sie sich tief im System. Die Suche nach und das Entfernen von Viren wird damit erheblich erschwert.

Die nächste Generation von Computer-Viren wird sich noch raffinierter vor Schutzprogrammen verstecken. Durch so genannte Rootkits haben herkömmliche Virenscanner fast keine Chance mehr, Schädlinge aufzuspüren, berichtet das Computermagazin "c't" in seiner aktuellen Ausgabe.

Ungewollt hatte vor Wochen der Musikkonzern Sony BMG mit seinem heißumstrittenen, inzwischen zurückgezogenen Kopierschutz XCP ein Paradebeispiel für ein solches "Rootkit" geliefert. Beim Abspielen am Computer installierten einige Musik-CDs des Herstellers ohne Einwilligung des Anwenders zusätzliche Software, die unter anderem Dateien versteckt. Hinter solchen Rootkits könnten sich auch Computerschädlinge verstecken, um ihre Anwesenheit vor Anwendern und Schutzsoftware zu verbergen.

Test mit miesem Ergebnis

Rootkits nisten sich tief in das Betriebssystem ein, berichtet das Magazin weiter. Kein einziger von 15 Virenwächtern habe im Test durch Rootkits versteckte Viren entdeckt. Um aber spezielle Anti-Rootkit-Software zu nutzen, seien detaillierte PC-Kenntnisse nötig. Für den Normalanwender sei das keine Alternative.

Besteht der Verdacht, dass ein System mit einem Rootkit präpariert wurde, sollte der Nutzer seinen Rechner mit einem garantiert schädlingsfreien Betriebssystem von CD starten. Die Tarnkappen könnten eventuell versteckte Viren oder Würmer dann nicht mehr verdecken, so dass ein aktueller Virenscanner in der Lage sei, sie aufzustöbern und zu vernichten.

Wenig hilfreich seien allerdings die meisten Rettungs-CDs, die Virenscanner-Hersteller ihren Programmen beilegen. Der Test habe gezeigt, dass funktionsfähige Rettungs-CDs leider immer noch eher die Ausnahme als die Regel seien. Stattdessen empfiehlt das Magazin eine saubere Boot-CD wie Knoppicillin oder Bart PE.

Wer sich gegen Rootkits schützen wolle, sollte sie am besten erst gar nicht auf sein System lassen, rät das Magazin. Dabei helfen regelmäßige Sicherheits-Updates, ein aktueller Virenscanner und vor allem das konsequente Arbeiten ohne Administratorenrechte, ohne die sich ein Rootkit nicht im System einnisten kann.

Ursprünglich stammen Rootkits aus der Unix-Welt. Bereits in den frühen siebziger Jahren entwickelten Hacker Techniken, um ihre Anwesenheit vor den Administratoren der Systeme zu verbergen, in die sie eingedrungen waren.

Zum Thema:

Zum Thema im Internet:   
·  Wikipedia: Über Knoppicillin
http://de.wikipedia.org/wiki/Knoppicillin
·  Windows-Boot-CD für Notfälle: Bart PE
http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/108595/